Leben für den Campingplatz – und Familienalltag auf Distanz

Vor vier Jahren hat Nadine Zappe das Anwesen mit den beiden Angelseen gekauft. Heute ist es nicht mehr wiederzuerkennen.
Ute Levisen

Binnen weniger Jahre hat die Münchnerin Nadine Zappe aus einem Anwesen mit Angelseen in Nordschleswig einen Campingplatz aus dem Boden gestampft. Jetzt möchte sie ausbauen. Währenddessen arbeitet ihr Mann weiterhin in Deutschland. Der Alltag der Familie ist grenzüberschreitend. 

Es läuft auf dem Campingplatz „Hyggelake“ bei Gramm (Gram). Vor Kurzem hat das Rathaus grünes Licht für den Ausbau des Anwesens gegeben. Nadine Zappe hat das Grundstück 2022 gekauft und ist mit ihrer kleinen Familie nach Dänemark gezogen. Ihr Mann arbeitet weiter in Deutschland und pendelt oft.

Eile mit Weile

Die dreiköpfige Familie hat sich in Nordschleswig – und auf dem Campingplatzanwesen gut eingelebt – auch wenn der Alltag vom Pendeln geprägt ist.
Foto: Ute Levisen

Viel Zeit für das Familienleben bleibt ohnehin nicht. Der Campingbetrieb ist Broterwerb und Lebensstil zugleich. Jetzt möchte Zappe „Hyggelake“ erweitern – auf insgesamt rund 70 Wohnmobilstellplätze und etwa 30 Campinghütten. Sie wolle keinen Ausbau auf Teufel komm raus – und schon gar nicht um jeden Preis. „Die ersten sichtbaren Veränderungen gibt es in der kommenden Saison.“

NadineZappe in dem Bistro des Platzes. Binnen drei Jahren hat sie aus einem verwaisten Angelgrundstück einen Campingplatz in der Natur geschaffen, der sich an Familien wendet.
Foto: Ute Levisen

„Hyggelake“ ist bei Gästen aus dem In- und Ausland gefragt. Im vergangenen Jahr zeichnete der niederländische Campingverband den Platz als besten kleinen Campingplatz Dänemarks aus.

Erweiterung in Etappen

Wie schnell der Ausbau kommt, hängt laut Zappe vor allem von den finanziellen Rahmenbedingungen ab. Gemeinsam mit Beratungsfirmen arbeitet sie an den nächsten Etappen. „Es ist ein intensiver Prozess, der unternehmerisch wie persönlich fordert“, sagt Nadine Zappe.

 

In jeder Saison sind neue Investitionen sichtbar: Hier sind es die Panorama-Saunen mit Seeblick (Archiv).
Foto: Ute Levisen

Seit ihrer Unternehmensgründung in einem neuen Land habe sie auch Entscheidungen treffen müssen, die nicht leicht gefallen sind: „Eine davon sogar ganz am Anfang. Mein Mann und ich haben beschlossen, dass er weiterhin in Deutschland arbeitet, während ich das Unternehmen hier in Dänemark aufbaue. Das war nicht einfach, aber wir haben einen guten Weg gefunden und genießen heute unsere gemeinsame Zeit umso bewusster.“

Der Platz wächst. Der Familienalltag bleibt grenzüberschreitend.
Leben für den Campingplatz – und Familienalltag auf Distanz, erschienen von Ute Levisen am 17 Mai 2026

 

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Ausgezeichnet, gut gebucht: „Hyggelake“ darf wachsen